Katar/Qatar

Auf einen Blick

Kriterien Be­wer­tung Beschreibung
Besucht im Jahr2009Regionen: Doha, Norden
Anreise, VisumFlugVisum am Flughafen, 100 QR, ca. 20 Euro, zahlbar nur mit Kreditkarte
Gesundheits­risiko nicht sehr hoch Hotels sind alle sehr sauber, aber ansonsten kann es schon mal schmuddelig sein, eben wie bei Arabern.
Transport Wirklich schlecht. Ab und zu gibt es mal Busse, deren System kein Tourist versteht. Taxis sind eine echte Rarität und das dann noch zu bekommen, ist fast unmöglich. Daher muss man einen Mietwagen haben, ansonsten kommt man in Doha nicht voran. Zum Laufen ist die Stadt zu groß und es ist viel zu heiß.
Reise­möglichkeiten Gut ausgebautes Straßensystem mit vielen Ampeln und Überwachungskameras. Viele Staus an den Ampeln. Doha verlassen dauert ewig, Verkehrsstaus, zahlreiche Baustellen und Umleitungen machen das Fahren mühsam.
Höhe­punkte Der nach den Kindheitserinnerung des Emirs nachgebaute Souk von Doha. Es ist gelungen, die alte Atmosphäre der arabischen Souks wieder einzufangen. Nur der Geruch ist noch nicht ganz gelungen. Auch die Qataris gehen dort gerne zum Einkaufen und Flanieren. In zahlreichen Cafés sitzen abends die Leute mit ihren Wasserpfeifen.
Unbedingt sehen Sehenswürdigkeiten sind rar und lohnen eigentlich nicht den langen Anfahrtsweg. Problem in den Sommermonaten: Für Fotos sind nur die Abendstunden gut, meist schafft man es dann nicht an den wichtigen Punkten zur richtigen Zeit zu sein. Eine alternative: Hotels und Malls lohnen immer einen Besuch.
Kosten, Preis/
Leistungsverhältnis
Kosten für Hotels sind sehr hoch und schlagen ein wirkliches Loch ins Budget. Ist man aber erst mal im Land sind die Preise moderat. Essen gehen außerhalb der Hotels ist billig, Benzin ist mit 16 Cent pro Liter unschlagbar. Daher sind die Extrakosten überschaubar. Alkohol ist natürlich teuer, Preise wir in den Emiraten.
Gefühlte Gefahr Es fühlt sich alles sehr sicher an, bezüglich der zahlreichen Kameras ist eine Tendenz zum Überwachsungsstaat nicht auszuschließen. Ist aber nur so ein Gefühl, ohne fundierte Begründung.
Hassle Faktor Sehr gering, einzelne Anmachversuche im Souk und den umliegenden Restaurants, aber ohne Nachhaltigkeit, ein "Nein" war ein Nein.
Nach­teile Alles ist momentan eine große Baustelle. So ganz nachvollziehbar sind die Aktivitäten nicht, als wäre es ein riesiges Beschäftigungsprogramm für Arbeiter aus der ganzen Welt. Der Unterschied zwischen der Wüste und den Baustellen ist schwierig bis gar nicht zu erkennen.
Ver­meiden Brechen von Verkehrsregeln. Der Staat scheint sehr strikt zu sein. Auf sein Recht im Kreisverkehr bestehen. Man hat gegen die SUVs der Qataris nicht ganz so viele Chancen. Ansonsten sind die Kreisverkehre, wie immer, ein großes Abenteuer und immer für eine Überraschung gut.
Extra Tipps Schwer zu sagen, genießen Sie abends ein kühles Bier im Hotelpub. Dazu muss man aber feste Schuhe tragen, ein beliebtes Selektionsverfahren, um Qataris vom Trinken abzuhalten. Die Hotelbars tun sich damit keinen Gefallen, sie sind dadurch ausgesprochen langweilig. Außerdem wird man schriftlich registriert, wenn man ein entsprechendes Etablissement betreten will. Manche Pubs erlauben auch den Eintritt von Qataris, die sollte man dann auch besuchen.
Anek­doten Die Zollkontrolle bei Ein- und Ausreise ist fest in Frauenhand. Fällt richtig auf. Auch weibliche Schulklassen wurden zur Nachwuchsrekrutierung durch den Zollbereich geführt, damit alles auch so bleibt wie es ist. Unsere Versuche wenigstens einige von den sogenannten Sehenswürdigkeiten zu finden, sind zumeist nicht erfolgreich gewesen. Einerseits durch Stau oder zu frühe Dunkelheit, es war etwas aufwendig und nicht wirklich die komplizierte Anfahrt wert. Durch die Hitze wollten wir auch nicht so früh unterwegs sein und die Hitze mehr am Pool genießen.
Reiseführer Lonely Planet, Arab Gulf States, Ausgabe von 1993, natürlich völlig überaltert, aber die Informationen beinhalteten doch noch eine gewisse Aktualität. Viele Beschreibungen über die Hotels in Doha hatten noch ihre Gültigkeit, und die 1 1/2 Seite über die Beschreibung vom Rest des Landes hatten wirklich einen hohen Wiedererkennungswert.
Resümee Der erste Eindruck war mehr als enttäuschend, es gibt wenig grün. Es dauerte eine Weile bis der ganz spezielle Charme von Doha/Katar zu wirken begonnen hat. Tatsächlich findet man hier noch Ecken wie in Dubai vielleicht vor 20 Jahren und in Abu Dhabi vor 10 Jahren. Daher ist Katar wirklich ein sehr zu empfehlendes Reiseziel. Man sollte sich beeilen, der Wechsel geht extrem schnell voran. Großer Nachteil: die Hotels sind sehr teuer, es gibt keine Sommerrabatte wie in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Die ganz persönliche Meinung:
Nachtrag 2010
Nachtrag 2014
Nachtrag 2015
Jahr 2009, seitdem wir es erfahren haben, unterstützen wir von ganzem Herzen die Bewerbung von Katar für die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022. Bei 45°C bekommen die Spiele eine ganz besondere Note. Aber bitte die Stadien für 100000 Zuschauer nicht überdachen und herunterkühlen, das ist dann wirklich zu langweilig. Vielleicht gewinnen dann nicht immer die üblichen Verdächtigen, sondern mal eine Mannschaft z.B. aus Afrika.
2.12.2010: Wir gratulieren Katar ganz besonders für den Zuschlag zur Ausrichtung der Weltmeisterschaft, auch wenn das hier auf dieser Webseite wahrscheinlich kein Schwein interessiert und der Rest der Fußball-Welt sich empört. Aber für viele Arbeiter aus dem asiatischen Raum (und den Menschenhändlern in deren Heimatländern) und den europäischen Firmen wird es ein gigantisches Geschäft werden.
Juni 2014: Es ist wirklich mehr als erstaunlich, wie seit vier Jahren auf den verschiedensten politischen Ebenen (gefühlt zumeist aus dem anglikanischen Sprachraum initiiert) stückchenweise wie ein Mauerspecht daran gearbeitet wird die Entscheidung für 2022 rückgängig zu machen, wer sich alles vor den Wagen spannen lässt und wie die öffentliche Meinung beeinflusst werden soll. Dazu werden immer in der nachrichtenarmen Zeit und am Wochenende negative Schlagzeilen lanciert und aufgebauscht. Bei der Vergabe dieser Spiele ist es wahrscheinlich genauso ungerecht, hinterhältig und korrupt zugegangen wie bei allen Vergaben vorher und sicherlich auch den noch Kommenden. Von den Unfällen auf den Baustellen ganz zu schweigen, nur das es sonst niemals auch nur ansatzweise jemanden interessiert hat. Mal sehen wie lange Katar noch durchhält. Falls es jemand vergessen hat: Es findet vorher noch eine Meisterschaft in der lupenreinen Demokratie Russland statt. Bitte, liebe Kritiker dieser Welt, geht mit der gleichen Argumentation, Penetranz und Unverfrorenheit dort mal demonstrieren.
Mai 2015: Nachdem unsere Minister das vermeintlichen Katarproblem so grade mal im Maßstab des gegebenen Körperumfang umgangen haben, lassen sich jetzt auch deutsche Ex-Politiker auf das Spiel ein, haben als ewiger Staatsparasit Ruhestandsgelder gescheffelt, für die andere 200 Jahre arbeiten müssten und meckern jetzt über die Bonzen in Katar. Bitte, bitte, kehrt vor der eigenen Haustür, die Asylanten in Deutschland leben auch nicht besser als die Arbeiter in Katar, im Gegensatz dürfen sie bei uns nur nicht arbeiten. Bitte jetzt nicht aufregen.




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